Dentosophie ist eine sanfte, ganzheitliche Therapieform, bei der der Mundraum – Zunge, Lippen, Zähne und Kiefer – in Verbindung mit Atmung, Haltung und Nervensystem betrachtet wird. Durch gezielte Übungen und ein spezielles Trainingsgerät (Balancer) werden Funktionen wie Nasenatmung, Zungenlage, Kauen und Schlucken harmonisiert.
Dentosophie kann unterstützen, wenn Beschwerden im Bereich Kiefer, Zähne, Atmung, Schlaf oder Haltung bestehen und immer wiederkehren. Typisch sind zum Beispiel Knirschen, Kiefergelenksprobleme, Kopf- und Nackenschmerzen, Mundatmung, Schnarchen, enge Zahnreihen oder funktionelle Auffälligkeiten bei Kindern.
Oft lässt sich zwischen etwa 4 und 6 Jahren gut beginnen, besonders wenn bereits Mundatmung, auffällige Schluckmuster, enge Zahnreihen oder wiederkehrende HNO-Infekte auffallen. In manchen Fällen kann es auch früher oder später sinnvoll sein – entscheidend ist nicht das genaue Alter, sondern die funktionelle Situation des Kindes.
Hinweise können sein: häufige Mundatmung und offene Lippen, Schnarchen oder unruhiger Schlaf, wiederkehrende HNO-Infekte, enge oder verschachtelte Zähne, Lispeln oder andere Sprachauffälligkeiten, ausgeprägte Schnuller- oder Daumengewohnheiten, Unruhe und Konzentrationsprobleme. Je mehr dieser Punkte zusammentreffen, desto sinnvoller ist eine Abklärung.
Vor allem für Menschen, die unter Knirschen, Kiefergelenksbeschwerden, wiederkehrenden Kopf- und Nackenschmerzen, Schlafproblemen, Mundatmung oder chronischer Anspannung im Kieferbereich leiden – und das Gefühl haben, dass bisherige Maßnahmen allein nicht ausreichen. Eine gewisse Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit ist dabei Voraussetzung.
Ja, sehr häufig sogar. Eine Schiene schützt vor allem die Zähne und entlastet das Kiefergelenk. Dentosophie setzt zusätzlich an den zugrunde liegenden Funktionsmustern an – Atmung, Zungenlage, Kauen, Schlucken. Beides kann sich sinnvoll ergänzen, anstatt sich zu widersprechen.
In der Regel nicht. In den ersten Tagen kann es zu leichten Spannungsgefühlen oder „Muskelkater“ im Mund- und Kieferbereich kommen – ähnlich wie bei einem neuen Trainingsprogramm. Diese Empfindungen lassen meist schnell nach, wenn sich die Muskulatur an die neue Aktivität gewöhnt.
Das ist sehr individuell. Je nach Ausgangssituation kann die aktive Behandlungszeit mehrere Monate bis etwa ein Jahr oder länger umfassen. Wichtig ist, dass sich neue Funktionsmuster nachhaltig etablieren können. Die voraussichtliche Dauer wird zu Beginn mit Ihnen besprochen und im Verlauf immer wieder überprüft.
Die Kostenübernahme hängt vom jeweiligen Versicherungssystem und Tarif ab. Viele gesetzliche Kassen erstatten funktionelle Therapien wie Dentosophie derzeit nur eingeschränkt oder gar nicht, private Versicherer teilweise anteilig. Vor Behandlungsbeginn erhalten Sie eine transparente Kostenübersicht und können diese bei Bedarf mit Ihrer Kasse besprechen.